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Die Feen der Nacht (märchenhafte Romantasy) (German Edition) by K.T. Steen
„Dann hoffe ich, dass Ihr keine Nachtfee seid, die dunkle Magie wirkt, anstatt mich zu heilen“, scherzte der Prinz. Nela versteifte sich. Würde er sehen, dass ihre Magie schwarz war, würde er sofort nach seinen Wachen rufen. Die Heilerin Nela ist laut einer Prophezeiung die dunkle Fee, die die ewige Nacht über ihr Land verhängen kann, sie denkt aber gar nicht daran, dieser düsteren Bestimmung zu folgen. Deswegen hält sie sich im Verborgenen und wartet darauf, dass der Prinz des Sonnenhofs heiratet und den Thron besteigt. Denn derselben Prophezeiung nach soll er anschließend in der Lage sein, Tag und Nacht für immer in Einklang zu bringen. Als dieser von einem Fluch in einen langen Schlaf versetzt wird, scheint Nela jedoch die Einzige zu sein, die ihn heilen kann. Würde sie ihm die Hilfe verweigern, wäre die ewige Nacht tatsächlich besiegelt. Also beschließt sie, sich den Gefahren zu stellen, die der Sonnenhof für eine Nachtfee bereithält. 🖤 Romantasy-Märchen 🖤 Einzelband 🖤 Leseprobe: „Was kann ich für Euch tun?“, fragte sie den Prinzen. „Ich habe mich an der Hand verletzt. Und da Ihr eine Heilerin seid, habe ich gehofft, Ihr könntet mir helfen.“ „Wie ist das passiert?“ Sie suchte nach etwas wie Argwohn in seinem Blick, wurde jedoch nicht fündig. Dabei bewunderte sie seine außergewöhnlichen Augen. Sie erinnerten an eine Sonnenfinsternis bei stahlblauem Himmel. Seine Pupillen waren von goldenen Schlieren umgeben, wie Sonnenstrahlen, die hinter dem Dunkel hervorbrachen. „Ich bin gestürzt. Seht selbst.“ Er überbrückte den letzten Abstand zwischen ihnen und wie zuvor im Dorf ging eine angenehme Wärme von ihm aus. Ihre Magie strebte zu ihm, wollte aus ihr hervorbrechen, um ihm näher zu sein. Nela verstand nicht, warum das so war, doch sie hielt sie zurück und drückte sich so fest an den Baum, dass die Rinde in ihren Rücken schnitt. Vorsichtig nahm sie die ihr dargereichte Hand und versuchte, sie nüchtern zu betrachten, als wäre er ein ganz gewöhnlicher Patient. Dennoch schlich sich der Gedanke in ihren Kopf, wie weich seine Haut war – abgesehen von den Handballen, die von regelmäßigem Schwertkampf zeugten. „Es ist nichts gebrochen.“ Außerdem wirkte die Verletzung bereits älter, wie sie mit einem Stirnrunzeln zur Kenntnis nahm. „Habt Ihr Schmerzen?“ Sie hob den Blick und begegnete dem seinen. „Die schlimmstmöglichen.“ Er sah aus wie ein Dieb, der ihr ein Lächeln entlocken und es dann stehlen wollte. Wider Willen musste sie schmunzeln. Erneut fiel ihr auf, wie leicht sie sich in seiner Gegenwart fühlte, obwohl sie eigentlich voller Sorge sein sollte. „Und? Ist die Hand noch zu retten?“, hakte er unbekümmert nach. Mit Kräutern und Blüten hätte sie ihm problemlos helfen können. Und natürlich war sie genauso imstande, ihn mit einem Zauber zu heilen, das war aber zu riskant. Was, wenn er sah, dass ihre Magie schwarz war? „Ich weiß nicht, ob ich die Richtige bin, um diese Verletzung zu behandeln.“ Seine Mundwinkel zuckten. „Ihr könntet es zumindest versuchen.“ „Ich werde Euch die Bestandteile einer Tinktur nennen. Die kann Euch einer Eurer Diener besorgen“, erwiderte sie mit fester Stimme und um einen unbedarften Klang bemüht. „Warum setzt Ihr nicht Eure Magie ein?“ Nela seufzte. Würde sie versuchen sich herauszureden, würde sie das verdächtig machen. „Ich werde sehen, was ich tun kann. Macht die Augen zu und konzentriert Euch auf Eure Magie.“ So würde er hoffentlich nicht mitbekommen, was um ihn herum geschah. "Natürlich." Mit Sorge beäugte sie, wie der Schalk über sein Gesicht huschte. Sie betete, dass er ihre Anweisung ernst nahm. Read more